Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement zur Bewahrung der Hunsrücker Mundart sowie in weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens hat Josef Peil aus Mastershausen die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Joachim Rodenkirch, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, händigte ihm die Auszeichnung im Auftrag des Ministerpräsidenten Gordon Schnieder bei einer Feierstunde in Koblenz aus.
Seit den 1970er-Jahren schreibt und veröffentlicht Josef Peil Gedichte, Geschichten und weitere Beiträge in Mundart. Auch mit seinen Übertragungen von hochdeutschen Texten in den Dialekt seiner Heimat hat er überregionale Bedeutung erlangt. Durch die Gründung der „Autorengruppe Hunsrück“ im Jahr 1980 brachte er Menschen zusammen, die ihre Region literarisch gestalten wollten. Auch als Mitherausgeber von Werken anderer Autorinnen und Autoren sowie als Organisator von Kulturveranstaltungen trägt er dazu bei, Stimmen aus dem Hunsrück zu erhalten. Besonders anschaulich wird sein Anliegen in dem von ihm gestarteten Projekt „O-Ton Hunsrück“. Dieses akustische Museum bewahrt nicht allein Wörter und Redewendungen, sondern auch Stimmen, Sprachmelodien und persönliche Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Auf diese Weise wird hörbar, was eine schriftliche Aufzeichnung allein nicht festhalten kann. Dazu passt sein umfangreiches Engagement für die Orts- und Regionalgeschichte: Mit seiner Arbeit an der Geschichte Mastershausens, mit der Fotodokumentation „Unser Dorf und ein Jahrhundert“ und mit seinen Beiträgen zur Kastellauner Stadtchronik hat er Erinnerungen gesichert und zugänglich gemacht.
Neben seinem Wirken für Mundart und Regionalgeschichte hat Josef Peil in weiteren Bereichen der Gesellschaft Verantwortung übernommen, etwa in der Kommunalpolitik. So gehörte er von 1989 bis 1999 dem Ortsgemeinderat von Mastershausen an. Zudem engagierte er sich von 1989 bis 1993 im Kulturbeirat des Rhein-Hunsrück-Kreises. Auch im kirchlichen Leben seiner Heimat zeigte er Einsatz: Von 1980 bis 2008 war er Mitglied im Pfarrverwaltungsrat und zeitweise im Pfarrgemeinderat in Mastershausen. Im Jahr 1990 rief er in der Pfarrgemeinde Mastershausen einen Singkreis ins Leben, aus dem später der Kirchenchor hervorging. Von 1994 bis 2001 war er erster Vorsitzender dieses Kirchenchores. Auch im Vereinsleben hinterließ Josef Peil Spuren: So erstellte er ab 1985 für rund 30 Jahre die Stadionhefte des örtlichen Fußballvereins Sportfreunde Mastershausen, wofür er schließlich zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Von 2014 bis 2024 arbeitete Josef Peil zudem in der Flüchtlingshilfe Mastershausen mit, bot unter anderem Deutschkurse an und engagierte sich als Kassenwart.
Für seine ehrenamtlichen Verdienste hat Josef Peil bereits etliche Preisen und Auszeichnungen erhalten. So zählte er in den Jahren 1988, 1991 und 1995 zu den Preisträgern des Traben-Trarbacher Kulturwettbewerbs Pegasus und gewann 1991 einen Ehrenpreis beim Wettbewerb um den Bad Kreuznacher „Schambes Klappergässer“. Ihm wurden außerdem die Wappenteller der Ortsgemeinde Pleizenhausen sowie der Ortsgemeinde Mastershausen verliehen.
„Mit Ihrem außergewöhnlichen Engagement bewahren Sie seit Jahrzehnten ein wertvolles Stück regionaler Kultur. Sie halten Traditionen lebendig, geben sprachliches Erbe an kommende Generationen weiter und zeigen, wie sehr Mundart Menschen mit ihrer Heimat und ihrer kulturellen Identität verbindet“, betonte SGD-Nord-Präsident Joachim Rodenkirch bei der Aushändigung der Landesverdienstmedaille an Josef Peil. An der Feierstunde nahmen neben den Vertretern der kommunalen Familie auch die Familie sowie Weggefährten des Geehrten teil. Die Anregung zur Verleihung der Landesverdienstmedaille an Josef Peil geht auf Dr. Achim Baumgarten aus Simmern zurück.

