Nachdem die Lage seitdem zunächst unverändert war, hat sich die statische Situation des Gebäudes inzwischen verschärft. Betroffen ist vor allem der Gebäudeteil Richtung Zehnthofstraße.
Am Abend des 29. Juli 2026 kam es zu einem weiteren Einsturz einer Geschossdecke im 2. Obergeschoss und einem damit verbundenen erneuten Einsatz von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk (THW) und Kreis- sowie Stadtverwaltung Boppard. Dabei handelt es sich augenscheinlich um den Kollaps eines tragenden Bauteils in einem Teilbereich des oberen Gebäudes. Ein vom THW hinzugezogener Statiker hat vor Ort im Rahmen einer Akutbeurteilung gutachterlich festgestellt, dass der maßgebliche Gebäudeteil akut einsturzgefährdet ist. Es besteht die Gefahr, dass weitere Teile einbrechen und herunterstürzen könnten. Dies könnte nicht nur Auswirkungen für das betroffene Gebäude haben und stellt eine Gefahr dar.
Das Gebäude darf daher nicht betreten werden. Der Zutritt ist ausschließlich fachkundigem Personal im Rahmen der anstehenden Arbeiten gestattet. Darüber hinaus wurden die Strom- und Wasserversorgung des Gebäudes abgeschaltet.
Auf Grundlage der akut notwendigen statischen Bewertung wurden Personen aus unmittelbar angrenzenden Gebäuden evakuiert. Insgesamt wurden 19 Personen vorübergehend in einem Hotel untergebracht.
Zur Beseitigung der Gefährdung ist in einer ersten Maßnahme ein Teilrückbau des Gebäudes zwingend erforderlich. In welchem Umfang dieser erfolgen muss, wird erst im Verlauf der Arbeiten anhand der tatsächlichen Situation vor Ort durch die beteiligten Fachleute bewertet und entschieden. Ein Abriss des kompletten Gebäudes durch den Besitzer ist offensichtlich nicht dessen Wunsch.
Landrat Volker Boch: „Leider gestaltet sich die Situation für die Kreisverwaltung als Bauaufsichtsbehörde in diesem Zusammenhang sehr schwierig. Es handelt sich um einen privaten Besitz, der Austausch mit dem Eigentümer ist intensiv. Ich bitte insbesondere die Bevölkerung in Bad Salzig um Verständnis, dass die Kreisverwaltung und die Stadt Boppard hier nicht frei entscheiden können. Nach dem erneuten Vorfall habe ich mir, ebenso wir Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier, am Abend des Einsatzes ein aktuelles Bild der Lage gemacht. Wir sind und bleiben hier tätig. Unser gemeinsames Ziel ist es, die akute Gefahr so zügig wie möglich zu beseitigen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner schnellstmöglich in ihre Wohnungen zurückkehren können.“
