Vom Problem zur greifbaren Lösung
Eine digitale Live-Abfrage zeigte zu Beginn deutlich, wo der Schuh drückt: Insbesondere die Herausforderungen bei der Mobilität auf dem Land sowie das Gefühl, politisch nicht ausreichend mitreden zu können, wurden als zentrale Themen identifiziert.
Diese Ergebnisse dienten dem Einstieg in die anschließende Arbeitsphase. Anstatt fertige Pläne vorzulegen, wurde auf eine strukturierte Prozessbegleitung gesetzt. „Wir stellen lediglich den methodischen Rahmen und die Werkzeuge zur Verfügung, damit die Jugendlichen ihre Ideen selbst konstruieren können“, erklärt Projektleiter Tim Backes. Die Ideen wurden in dreidimensionale Modelle übersetzt – konstruiert aus Knete, Eisstäbchen und Klebeband.
Reife Konzepte: Lebensperspektiven und ein offener Treffpunkt
Ein Blick auf die Themen-Cluster beweist die enorme Reife der Zielgruppe. So forderten die Teilnehmenden nicht nur offenes WLAN, sondern legten einen massiven Fokus auf Lebensperspektiven: Sie formulierten konkrete Bedarfe nach „Workshops für unsere Zukunft“, die Themen wie Steuern, Wirtschaft und Jobberatung abdecken.

Ein herausragendes Vorhaben ist das Konzept für einen festen, offenen Treffpunkt in Simmern – ein multifunktionaler, konsumfreier Raum. Die Jugendlichen bewiesen im Cluster „Regulierung“ großes Verantwortungsbewusstsein: Sie wünschen sich zwar einen selbstbestimmten Raum, definierten aber völlig eigenständig feste Spielregeln und Aufräum-Pflichten.
Transparenz und konkrete Planung
„Wir wollen, dass die Ideen der Jugendlichen wirklich ernst genommen und umgesetzt werden. Formate wie diese Werkstatt zeigen, wie viel Engagement und Kreativität in unserer Generation steckt“, ergänzt Jannis Kaack vom Jugendparlament.
Im Nachgang zum Workshop wird das Jugendparlament die entstandenen Ideen sichten und dem Stadtrat präsentieren. In weiterführenden Workshops sollen bauliche Umsetzung, Finanzierung und Nutzungskonzepte für den Treffpunkt gemeinsam mit den Jugendlichen im Detail ausgearbeitet werden.
LAG-Jugendprojekt
Das im LEADER-Programm der Europäischen Union geförderte Jugendprojekt der LAG Hunsrück und der LAG Welterbe Oberes Mittelrheintal bringt dabei verschiedene Akteurinnen und Akteure zusammen und setzt Impulse für mehr Beteiligung junger Menschen. Ziel ist es, langfristig tragfähige Strukturen für Jugendbeteiligung im Rhein-Hunsrück-Kreis zu schaffen und die Region nachhaltig weiterzuentwickeln.

